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Beschreibung

Als Vera Tschanz die bestialisch zugerichtete Leiche ihres verhassten Onkels findet, geht man von einem brutalen Verbrechen aus. War es wegen Geld? Ein DNA Abgleich bringt ans Licht, dass das Opfer Veras leiblicher Vater ist. Die Ermittlungen erhalten eine ganz neue Dimension. Handelt es sich hier etwa um Inzest?

Textauszug

Mörigen, im August 2015 Einfach nur göttlich: Sonne, Strand, Meer und diese fantas-tische Poolbar. »Für mich bitte noch einen Caipirinha!« Rrrrrrrrasselrasselrassel – 6.45 Uhr, der Wecker reisst mich brutal aus meinem schönen Traum. Ich taste mit der linken Hand nach dem uralten Ding mit den riesigen Glocken und dem nervtötenden Hämmerchen. Jetzt ja keine falsche Bewegung, denn wenn er vom Nachttisch fällt, hört er nicht mehr auf zu klingeln, dieses allerliebste und einzige Erbstück meiner Grossmutter. Leider habe ich sie nie persönlich kennen gelernt, nur von den Fotos, die meine Mutter mir gezeigt hat. Den silbernen Wecker hatte sie mir schon als kleines Kind zum Spielen gegeben, weil sie ihn so hässlich fand. Endlich bringe ich das Gerassel zum Verstummen und ziehe mir die Bettdecke über den Kopf, doch zu spät. Nico, mein Parson Russell Terrier, stürzt sich auf mich, als müsse er ein Lawinenopfer retten, und fängt mit den Vor-derpfoten an im Bettzeug zu buddeln. Ich kneife die Augen zusammen und stelle mich schlafend, doch da folgt prompt die Reanimierung, feucht und sabbernd. Am liebsten wäre er wieder unter meine Decke gekrochen, wie schon in der Nacht, als es donnerte und blitzte. Wenn ich ihn liesse, könnten wir gut und gern noch zwei Stunden weiterschlafen. Weil ich an diesem Morgen keine Patienten in der Physiotherapie habe, will ich die Zeit jedoch nutzen, um eine Runde zu joggen und anschliessend die Wohnung einzu-richten. Vor sieben Wochen bin ich hier eingezogen, aber gemütlich sieht es immer noch nicht aus. Ich wehre erfolgreich den nächsten Angriff von Nico ab, schwinge die Beine aus dem Bett, ziehe die ausgelatschten, angeknabberten Pantoffeln und den Bademantel an, wanke die Treppe hinunter in die Küche, schalte die Kaf-feemaschine ein und gehe ins Bad. Nico begleitet mich schwanzwedelnd auf Schritt und Tritt. Der Blick in den Spiegel lässt mich zusammenzucken. Man sieht mir die 32 Jahre allmählich an. Die letzten sechs Monate haben besonders tiefe Spuren hinterlassen. Fünf Jahre war ich mit Dani Wyss zusammen – bis ich seine ewigen Eifersuchtsszenen nicht mehr aushielt. Er misstraute sogar meinem Geschäftspartner Flo Falk, obwohl dieser homosexuell ist und in einer festen Beziehung lebt. Dann kam noch der überraschende Tod meiner Mutter dazu. Es grenzte an Stalking, was Dani trieb. Zuletzt riet mir Flo, ihn bei der Polizei anzuzeigen. Diese verhängte eine soge-nannte Bannmeile und verbot ihm, sich mir zu nähern und mich zu belästigen. Ob das auf Dauer etwas nützt? Egal, jetzt brauche ich erst einmal einen Kaffee und eine Zigarette. Wenig später schlüpfe ich in meine alte Trainerhose, ziehe ein Schlabber-T-Shirt an und die abgelaufenen Turnschuhe. Den Möriger Wald kenne ich wie meine eigene Hosenta-sche, schliesslich bin ich hier aufgewachsen. Jetzt noch die Bauchtasche mit den Hundesnacks, den Robidog-Beuteln und dem Smartphone mit Kopfhörer – und ja, die Triller-pfeife. »So, Nico, können wir?« Gut gelaunt verlassen wir unser Stöckli. Nach dem nächtlichen Gewitter ist draussen schon wieder alles trocken, nur die Geranientöpfe stehen noch im Wasser. Nico ist übermütig und will sich losreissen. »Ja Nico, ist ja gut, aber die Oberdorfstrasse entlang musst du an der Lei-ne bleiben, du kannst nicht alle Hundedamen begrüssen, sonst kommen wir nie bis zum Wald.« »Guten Morgen Frau Meier, auch schon fleissig?«, begrüs-se ich eine Nachbarin. »Hallo Vera. Von allein macht sich die Arbeit nicht. Es können nicht alle schon morgens spazieren gehen«, gibt sie schnippisch zurück. »Uups … Nico, wie ist die denn drauf?«, flüstere ich, »wohl mit dem falschen Bein aufgestanden.« Oberhalb der Quellmattstrasse erreichen wir das kleine Wäldchen. Als Kinder haben wir hier immer »Wilhelm Tell« gespielt. Wir hatten sogar eine hohle Gasse: das kleine Strässchen zwischen den zwei Abhängen. Für uns war es der ideale Spielplatz, denn es fuhr kaum einmal ein Auto durch. Inzwischen hat sich das geändert. Seit der Bordellbesitzer Luigi De Conti das Bauernhaus meines Onkels oberhalb unserer hohlen Gasse luxuriös umgebaut hat, muss man jederzeit damit rechnen, dass er einem mit seinem Porsche oder dem Lamborghini über den Haufen fährt. Oben angekommen, trifft mich fast der Schlag. Was sich die Mitglieder der Baubehörde bloss gedacht hatten, als sie die Bewilligung erteilten? Wahrscheinlich hörten sie schon die Steuereinnahmen in der Gemeindekasse klingeln. Als ob der Umbau nicht schon schlimm genug war, hatte De Conti auch noch so eine hässliche Koi-Fisch-Pfütze angelegt, mit Marmorsockeln und kitschigen Fisch-reihern aus Bronze ringsherum. Aber in dieser Branche spielt Geld bekanntlich keine Rolle.

Produktdetails

DUIN VSH4DQFS15I

GTIN 9783038830573

Veröffentlichungsdatum 13.08.2018

Sprache Deutsch

Seitenanzahl 241

Produkttyp Taschenbuch

Größe 202 x 141 x 17  mm

Produktgewicht 316 g

Mörderische Idylle am Bielersee

Franz Hofers & Stefan Schmids erster Fall

Marianne Zürcher

CHF 19.15

Verkäufer: Dodax

Lieferdatum: Donnerstag, 20. Juni

Zustand: Neu

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